Sozialwissenschaftliches Gymnasium

und Kunstgymnasium

Bruneck

Beiträge aus der Schreibwerkstatt

Aus der Schreibwerkstatt

Schreiben

ER  (anonym)

Unsere Blicke treffen sich. Seine Augen sind eine Mischung aus strahlend blauem Himmel und stürmischem Ozean, aus Hell und Dunkel. Aus Gut und Böse? Sie verbergen etwas. Ich kann es spüren. Mein Bauchgefühl verrät es mir. Ein großes, düsteres Geheimnis? So, wie auch ich es in mir trage? Ist er auch so anders als alle anderen? Würde er mich verstehen? Das sind die Fragen, die ich mir jedes Mal stelle, wenn ich ihn sehe, die so wirr in meinem Kopf herumsausen und sogar in meinen Träumen Platz finden. Doch das schlimmste ist, dass er etwas weiß. Er weiß etwas über meine Vergangenheit, über mein Leben, über mich. Es scheint aber nicht so, als ob er es mit mir teilen möchte. Dabei hat er nicht mit meiner entsetzlichen Neugier gerechnet. Ich will es wissen, wissen, was hinter diesem verschmitzten Grinsen steckt. Früher oder später werde ich es herausfinden.  

 

Ein Sprung ins tiefe Wasser (Rebecca Landolfi)

Ein Sprung ins tiefe Wasser ist erschreckend und kann gefährlich sein. Er eröffnet aber auch neue Möglichkeiten. 

Denn wenn man nicht springt, hat man nur zwei Möglichkeiten: die zu springen oder eben nicht zu springen. 

Wenn man aber springt, hat man neue Möglichkeiten, etwa eine Runde zu schwimmen, sich einfach treiben zu lassen oder aber wieder herauszuklettern.  

Manchmal ist das Floß, von dem man gesprungen ist, aber nicht mehr da und es ist schwierig, wieder herauszukommen. Schwierig, aber nicht unmöglich, denn so tief und groß das Gewässer auch ist, es gibt immer ein Ufer. Es kann aber auch schief gehen und man ertrinkt. Dann war man immerhin mutig und hat es versucht. 

Wenn man aber nicht schwimmen kann und trotzdem springt, ist das nicht mutig, sondern dumm. Denn man weiß, es geht schief.  

Es kann aber auch sein, dass Menschen im Wasser sind, die einen retten und wenn nötig das Schwimmen beibringen.